Review Orkus
Ambient im Buddhistenkloster. Der umtriebige Martin Steinebach hat uns gerade eben erst den Stillstand vorgeführt und schon ist er auf der Spur von Fabelwesen mit seinem projekt Compest. Die Kryptozoologie führt dabei in ferne östliche Länder, nimmt sich im Ritus Zeit und bleibt an orientalischen, fast tibetanischen Klängen hängen. Die roten Roben der Mönche wirken dabei winddurchweht und flatternd, trotz der stellenweise wuchtigen Beatstruktur. Ganz im Gegensatz zu StillStand mutet das neue Opus des offensichtlich ruhelosen Herrn Steinebach offener, einladender, weinger abweisend an, der oftmals bedrohliche Ambient weicht oft vor einem entspannten Trance-Moment zurück. Wärme und meditative Ruhe dominieren Kryptozoologie, welches ganz ohne eine Titelnennung auskommt und in seiner trippigen Eigenschaft Abwechslung im sonst nur brummenden Ambient-Sektor bietet. Wer also schon immer mal mehr über die eigenen Fabelwesen im Kopf wissen wollte, kann sie mit dem aktuellen Werk von Compest suchen gehen.
Martin Kreischer
