Review Na Dann
Die Partie ist eröffnet, das Wahlkampfgetöse nimmt seinen Lauf. Immerhin muss niemand befürchten, dass der Zischler gewählt wird. Erstens hat er seinen Zahnarzt entweder besucht oder gewechselt und zweitens hat er ja schon seinen begehrten Posten. Bleibt uns also die Wahl zwischen der gut gekleideten Zigarre und dem sprechenden Hosenanzug (danke, Fabian!). Wenn da mal nicht viele zuhause bleiben! HARTZ 1 ist weg vom Fenster, und bevor mir das passiert, gebe ich zu, dass im folgenden Artikel mehrere Produkte erwähnt und sogar gelobt werden, die mir kostenfrei ins Haus geliefert wurden. Das beginnt mit „Kryptozoologie“ des einheimischen Projektes COMPEST. Wenn ich die ausgesprochen kurz gefassten Informationen auf dem Beipackzettel richtig deute. Die gibt es nicht in den Läden (bisher / schade..) sondern wenn, dann nur unter www.einzeleinheit.com. So, wie das Cover seltsame Wesen mit zu vielen oder seltsamen Extremitäten zeigt, ist auch die Musik angelegt. Komplett an der Tastatur zusammengebastelt aber sehr organisch fließend. Simulierte Handtrommeln geben in etwa Ruhezustand Herzfrequenz Rhythmen vor um die sich warme Klangflächen schmiegen. Durchaus entspannt, aber keineswegs aus der „Lounge“ – Kiste. Eine Ähnlichkeit will ich hier nicht andichten, aber mich erinnern diese 45 Minuten stark an die Platten von DEAD CAN DANCE. Etwas „Industrial“ – Schule (nicht die metallenen Tanzbeats aus den Dunkelschuppen!) und dazu Harmonien, die nicht unbedingt eindeutig unserer westlichen Hemisphäre zuzuordnen sind. Klänge, die für sich allein genommen düster oder bedrohlich wirken könnten entschärft der Programmierer mit wohlklingenden Keyboard – Flächen. Ganz sicher keine Musik zur Untermalung beim Fensterputzen, aber supergut um ein Weilchen in einen sternenklaren Nachthimmel zu schauen. Aber, liebe Leute vom einzeleinheit-Label, als alter MP 3 Hasser (trotz hohen Alters höre ich noch sehr gut...) und „virtueller Shop“ Vermeider empfehle ich: stellt Eure Platten in die Läden! Und wenn Ihr sie selbst herstellen müsst. Besonders im stationären Handel ist jeder Arbeitsplatz unbedingt wichtig!
Günter Koester
