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Review Feindesland


Bei der letzten CD „Mezethakia Mukabalatt“ von Aalfang mit Pferdekopf hatte man als Rezensent ja schon gedacht, das der Höhepunkt der „Durchgeknalltheit“ erreicht worden sei. Nein, Mirko Uhlig ( Kopf von Aalfang mit Pferdekopf) hat es geschafft diesen Punkt weiter in die Höhe zu treiben, ein Phänomen, wo andere Projekte eigentlich von Album zu Album ruhiger und harmloser werden.

Wo er die letzten Tondokumente fast im Alleingang eingespielt hat, ist diesmal fast eine ganze „Armee“ angetreten um das neue Album einzuspielen. Das Line Up für diese Veröffentlichung ließt sich so: Diana Prasser, Pia Uhlig, Jörg Eger, Lars Detert, Björn Detert und Mirko Uhlig.

Wo andere Bands bzw. Projekte nicht durch Innovation bei der Namensgebung ihrer Veröffentlichungen glänzen, setzen Aalfang mit Pferdekopf immer neue Akzente. Wie kann man auf die Idee kommen, seine neue CD „Ich habe nur noch 12 Seepferdchen in meinem Tempel“ zu nennen? Wir dürfen gespannt sein, womit uns Aalfang mit Pferdekopf auf ihrer nächsten CD oder vielleicht mal Vinyl bescheren.

Sehr interessant, lesen sich auch die Namen der Tracks bzw. Soundcollagen der CD „ Ich habe nur noch 12 Seepferdchen in meinem Tempel“. Ich kann mich nicht erinnern, das wir schon mal Namen wie „Ein blumenspuckender Penis“, „Taumelnde Landjugend am Fuße des Schlammberges“ oder „Träumereien in den Innereien eines toten Sperlings“ hatten. Wie kommt man bloß dazu, seinen Soundcollagen solche abgedrehten Namen zugeben. Aalfang mit Pferdekopf müssen sich definitiv keine Sorgen, in Punkto innovativer Namensgebung wird sie so schnell keiner in der nächsten Zeit überholen können.

Musikalisch wirkt die neue CD von Mirko Uhlig und seinen Damen und Herren wesentlich abwechslungsreicher als die letzte Veröffentlichung „Mezethakia Mukabalatt“, was bestimmt auch mit an der Vielzahl der Gastmusiker liegt, aber auch an der zunehmenden Routine die Mirko Uhlig durch seine hervorragenden Arbeiten bekommt. Ich finde, dass die CD „Ich habe nur noch 12 Seepferdchen in meinem Tempel“ an Atmosphäre und Dunkelheit zugenommen hat, teilweise könnten die Parts auch aus rituellen bzw. okkulten Musikrichtungen entnommen sein, toll das Mirko Uhlig sich auch an neue musikalische Elemente traut ohne seinen Weg dabei zu verlassen. Schön ist, das die Abwechslung von schrägen Gitarrensounds, absolut schrägen Trompetenklängen bis hin zu experimentellen elektronischen Klängen alles für den Liebhaber von innovativen Musikprojekten anbietet. Langeweile kommt auf dieser Veröffentlichung in keiner Sekunde auf und das bei einer Gesamtspielzeit von über 42 Minuten, das ist schon eine Leistung die nicht jedes Projekt bzw. Band im Zeitalter der Fließbandssongs hinbekommt.

Die Covergestaltung ist sehr nah an den Surrealismus angelehnt, ich bin zu wenig Kunstexperte um das Cover genauer zu beschreiben, aber was ich beurteilen kann ist, dass das Cover und die dargebotenen Songs bzw. Soundcollagen eine gemeinsame Einheit sind. Wer eine Einheit aus Musik und Kunst sucht, hat mit Aalfang mit Pferdekopf bestimmt eine entdeckt.

Fazit:
Das Projekt Aalfang mit Pferdekopf ist bestimmt keine Musik für den einfachen Musikkonsumenten, wer aber sich auf surrealistische Soundcollagen einlassen kann, wird hier ein kleines Meisterwerk zu hören bekommen. Den Aalfang mit Pferdekopf Fans sei gesagt: „ Wo Aalfang mit Pferdekopf drauf steht, ist auch Aalfang mit Pferdekopf drin!“ Ich wünsche allen Hörern dieser Veröffentlichung eine genauso faszinierende Reise wie mir, durch den Tempel mit den nur noch 12 Seepferdchen.

Bewertung:
Punkte (Innovation): 15 von 15
Punkte (Gesamt): 15 von 15

Raphael Feldmann

Einzeleinheit - Label für neue elektronische Musik.
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