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Mit dieser CD veröffentlicht das Label Einzeleinheit ihren ersten Tonträger. Nach eigenen Angaben präsentiert uns Einzeleinheit Schnittstellenmusik, was im Wesentlichen bedeutet, dass zumindest zwei verschiedene musikalische Genres zu einem Klangkonstrukt verschmelzen sollen.
Bei Naarmann & Neiteler besteht die Symbiose aus Industrial und Minimal Electro. In sehr feiner Weise werden klassische stilistische Elemente a la Tangerine Dream mit neuzeitlicheren Strukturen im Stile der VÖs des Cold-Meat-Labels vermischt. Diese Mixtur ist, für das industriell geschulte Gehör, eine wahre Wohltat. Ohne all zu krachige Effekte führen die beiden Münsteraner den Zuhörer durch die Geschichte des Sündenfalls der Schwester Thelesitis. Sich langsam steigernde Sound-Strukturen fangen die ganze Aufmerksamkeit ein und ziehen sie in einen wohligen Strudel aus minimal industrieller Kakophonie. Die sich bündelnde Energie entlädt sich im Schluss-Track "Martyrmaschine". Leider muss nach sechs Tracks schon die Repeat-Taste gedrückt werden.
Diese und alle folgenden VÖs von Einzeleinheit werden nur über das Internet bestellbar sein, als Hülle dient ein Frottee-Sack, was normale Menschen in ähnlicher Form als Waschlappen kennen. Was jedoch nicht bedeutet, dass diese Musik für Warmduscher ist! Industrial- und Elektrofans sollten an diesem Silberling ihre Freude haben. Für zwölf Euro erhält man hier eine tolle Scheibe und wir hoffen, dass folgende Schnittstellenprodukte ebenso klasse gelingen wie "Schwester Thelesitis".
Holger Galla
