Review Neo-Form
Kryptozoologie ist der Titel dieser außergewöhnlichen CD von Compest. Kurz eine Begriffserklärung der Kryptozoologie:
Sie ist die Studie von versteckten Tieren (ob groß oder klein), welche von der (meist) westlichen Wissenschaft nicht anerkannt werden, aber deren Existenz trotzdem von menschlichen Wesen bezeugt werden kann.
Was hat es nun auf sich mit dieser Klangkomposition, die von Martin Steinbach komponiert wurde? Dies ist eine Frage, die sich einem erst nach mehrmaligem hinhören beantworten lassen kann. Aber versuchen wir der Kryptozoologie etwas näher zu rücken, unbekannte Wesenstrukturen zu erkennen, welche sich hinter lebendig anmutenden Beats und entspannendem Ambient zu verstecken vermag. Nun begeben wir uns auf eine meditative spirituelle Expedition, hinaus in die weiten der elektronischen Weltmusik. Bei genauem hinhören können wir zwischen industriellen Klängen und Klängen aus verschiedenen Kulturkreisen unterscheiden, die sich uns nähern. Nach einigem hinhören kristallisieren sich 5 wesentliche Instrumentals heraus. Allgemein könnte man die eigentlich bekannte „Zyklothymie" hier auch wieder erkennen. Es gibt in der Musik starke Stimmungsschwankungen, der zuvor aber kein besonderes (Klang)Erlebnis voraus gegangen sein muss. Beim Hören und ergründen der Musik wird der Hörer schnell in den Bann einer Ideenflucht gezogen. Eine Idee folgt der anderen, so dass es einem schwer fällt, sich ein Bild zu machen und zu den Ursprüngen zurückzufinden.
Mein Fazit dieser wunderschönen Scheibe ist durchweg positiv. Auch wenn ich kein neues Wesen entdecken konnte, durfte ich hier einen Einblick in die Welt der elektronischen Weltmusik erhalten, die einem wirklich sehr viel Freude bereitet.
Das Artwork ist relativ schlicht gehalten. Eine wahrscheinlich sehr alte Zeichnung eines kryptozoologischem Wesens befindet sich jeweils auf der Vorderseite, sowie auf der Innenseite. Sicher eine Artwork, was den ein oder anderen zu einem Gespräch über die Thematik der Kryptozoologie hervorlocken könnte.
Lueneburg
