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Review Babyblaue Progrockseiten


"Ein schlafwandelnder Krautrockfiebertraum im akustischen Spiegelkabinett", mit diesen Worten wird das neueste Werk des Projekts mit dem eigenartigen Namen "Aalfang mit Pferdekopf" auf der Website des Labels beschrieben. Zumindest die Titel der einzelnen Stücke klingen tatsächlich, als seien sie in einem Fiebertraum entstanden. Wie steht es aber mit der Musik?

Nun, Musik im eigentlichen Sinne ist hier vergleichsweise wenig enthalten, das Album besteht zu einem Großteil aus experimentellen Geräuschcollagen, die häufig in Form kurzer Stimmschnipsel gehalten sind. Dazwischen gibt es immer wieder mal kurze Phasen "richtiger" Musik. Diese schwankt zwischen Ambient-Elektronik und leicht anpsychedelisierten Gitarren.

Während das kurze Titelstück eine reine Geräusch- bzw. Stimmencollage ist, wechselt der nahtlos anschließende zweite Titel mehrfach zwischen beiden Polen. Aus dem eigenartigen Stimmgewirr zu Anfang schält sich eine dunkle Ambient-Klangfläche heraus, die wiederum in einen Part mit freien elektronischen Klängen und - etwas arg schrammeligen - Gitarren übergeht. Es folgt ein Teil, der etwas an Pink Floyd zu "Meddle"-Zeiten erinnert, bis das Stück sich in freien Klängen auflöst.

Mit "Kühe im Nebel" folgt eine reine Geräuschcollage ohne erkennbare Struktur. Ebenso strukturlos ist "Hohes Aquarium", dessen im Zeitlupentempo dahin kriechende elektronische Klangfläche an die Kosmische Musik der frühen Tangerine Dream ("Zeit") erinnert.

In den "Träumereien..." wechseln sich dann wieder freie Geräusche mit instrumentalen Sequenzen ab. Die Instrumentalteile, die meist von Akustik-Gitarre dominiert werden, sind dabei genau so formlos wie die Klangcollagen - weder Melodie noch Rhythmus sind zu erkennen.

Die letzten beiden Stücke sind wieder kürzer, nach einer weiteren Klangcollage folgt mit "Dhyana" wieder eine Art Dark Ambient.

Insgesamt lässt mich diese CD doch etwas ratlos zurück. Die radikale Verweigerung von Musik, die hier über weite Strecken betrieben wird, hat durchaus etwas faszinierendes; allerdings wirkt manches doch etwas beliebig, die eingespielten Geräusche bisweilen wie wahllos zusammengeschnippelt. Nicht uninteressant, aber auch nicht so richtig begeisternd. Ziemlich seltsam jedenfalls!

Jochen Rindfrey

Einzeleinheit - Label für neue elektronische Musik.
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