Review Legacy
Wer den Namen des Projektes um Mirko Uhlig irritierend findet, dem wird möglicherweise angesichts der überbordenden Songtitel schwarz vor Augen: "Zebraquallen an den Ufern beliebter Ballungszentren" und "Taumelnde Landjugend am Fuße des Schlammberges" kommen in allerbester Dada-Manier daher. So unangepasst wie ihre Namensgebung ist auch der Inhalt der sieben Stücke des Albums. Eine wilde Mischung haben Uhlig und seine Mitstreiter auf den Silberling gebannt. Vom Label der leichteren Einordnung halber mit dem Etikett Krautrock behängt, möchten sich die Tracks jedoch keinesfalls an irgendwelche Genre-Grenzen halten. Weitgehend beatfrei fließt der Sound dahin, getragen von Synth-Sounds und garniert mit murmelnden Vokal-Partikeln, verräumten Gitarren-Akkorden und warmen Sphärenklängen. Noch nicht einmal auf eine eindeutige Grundstimmung will sich das Werk festlegen lassen. Die Tracks wirken aufgrund des oft verqueren Soundmaterials zumeist hemmungslos verspielt und experimentierfreudig, im Laufe der CD tauchen dann aber auch immer wieder dunkle Schattierungen im Klanggefüge auf. "Ich habe nur noch 12 Seepferdchen in meinem Tempel" ist mehr eine augenzwinkernde Collage mit "Do-it-yourself"-Charme als ein hochglanzpoliertes Werk aus einem Guss, kurz, für Electronica-Jünger und solche, die es werden wollen.
FS
