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Review Feindesland


Eine schöne Symbiose aus vielen Stilen!

Im letzten Jahr ist auf dem münsteraner Label „Einzeleinheit“ die CD „ Naarmann und Neiteler – Schwester Thelesitis“ erschienen. Ich freue mich, dass mal ein Label aus meiner Heimat, so eine hervorragende Idee in die Tat umsetzt und über die Grenzen des Münsterlandes hinaus bekannt geworden ist.

Die letzte Veröffentlichung war ja schon sehr interessante Schnittstellenmusik und nicht für die Ohren von Jedermann zugänglich, diesem Trend bzw. Style ist sich das Label treu geblieben und es liegt mir wieder eine neue Veröffentlichung mit dem Namen „Compest: "Kryptozoologie"“ aus ihrem Hause vor.

Hinter dem Projekt „ Compest“ verbirgt sich der Soundtüftler Martin Steinebach, der alle Soundcollagen selber komponiert und arrangiert hat. Alle fünf Stücke tragen keinen Namen und somit gilt die fortlaufende Nummerierung der Songs auf der CD, der Künstler weißt im Booklet hin, das Stück II Elemente verwendet, die er schon bei der CDR „Wrack“ von „Compest“ auf dem Label Cyber Blast Records verwendet hat.

Der erste Track auf dem Album „Kryptozoologie“ kommt vom Grundtenor mit einigen Anleihen aus dem Noisesektor daher, er besticht durch einen sehr homogenen Hintergrund, der die vordergründigen Elemente hervorragend zur Geltung kommen lässt. Die eingesampelte Frauenstimme verleiht, diesem Tondokument die letzte Würze und lässt diesen Track zum Teil sehr orientalisch klingen.

Das zweite Stück besticht durch stampfende Beats die aus dem Industrialsektor entnommen worden sind und mit dem verwendeten Glocken – und Triangelspiel eine schöne Soundcollage ergeben, die Stimme entstammt dem Ritual – bzw. Okkultsektor, die eine bedrohliche Atmosphäre im Track für die Hörer schafft.

Tondokument 3 besticht durch eine sehr dichte Ambient – Atmosphäre, die mich an Stücke erinnert, die auf Chill – Out Veranstaltungen im Technosektor gespielt werden.

Die Nr. 4 ist eine sehr groovige Soundcollage, die mit Ethnoeinflüssen ( z.B. Trommeln) besticht, es finden sich auch noch einige klassische Elemente in diesem Track wieder. Die musikalische Einleitung des Tracks erinnert an Alphörner oder an Filme die zu Ehren von Ludwig dem II gemacht worden sind.

Der letzte Soundteppich ist das dunkle Highlight auf dieser Veröffentlichung, eine stampfende, böse und bedrohliche Flut kommt auf den Hörer zu und wird zur Bedrohung, der Track und das Album klingen mit einem Klaviersolo aus.

Fazit:
Wer auf innovative Musik steht und sich auf verschiedene Musikstile auf einer Veröffentlichung einlassen kann, sollte hier unbedingt ein Ohr riskieren. Für Musikpuritaner ist diese Veröffentlichung absolut ungeeignet. Ein Dank an das Label „Einzeleinheit“, die dieser Musik eine Plattform bieten und diesen Künstlern eine Chance geben. Compest werden bestimmt nicht die deutschen Charts stürmen (ich glaube Martin Steinebach will das auch gar nicht), aber im Undergroundsektor dürfte sich Compest durch seine Innovation einen Namen machen.

Bewertung:
Punkte (Innovation): 15 von 15
Punkte (Gesamt): 13 von 15

Raphael Feldmann

Einzeleinheit - Label für neue elektronische Musik.
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