Review Orkus
Sequenzierte Klangspektren, Drum n Bass und Electronica im "herkömmlichen" Sinne sind nicht die einzige Welt von Brian Uzna, einem Künstler, der seit frühem Jugendalter eine Faszination für synthetische Sounds hegt. Offiziell pflegen tut er diese erstmals in Form von Combat Shock, einem Album, das seine Vielseitigkeit und Liebe zum Detail offenbart. Ob er's nun wummern lässt ("Beneath a stealth sky") oder doch lieber vor sich hin tüftelt und erstaunliche Ergebnisse zutage fördert - stets ist seine Laune am Klang spür- und erkennbar, ähnlich Mouse on Mars überträgt er in seinen Sounds enorm viel Aktion, nimmt den Hörer auf in seine Spektren, lädt ihn ein, mitzuerleben, wo die eigene Spannung und Phantasie ihre Runden drehen. Uzna bedient sich unzähliger untypischer Elemente, die seine Tracks öffnen und unberechenbar, aber niemals wirr oder unverträglich machen - "Disharmonie" oder "Komplizität" sind Fremdworte für den Synthetikkünstler, vielmehr ist es kompakte Komponierkunst und seine fast hundertprozentige Trefferquote, was die ausgewählten anteiligen "Fremdsubstanzen" angeht. "Combat Shock" ist Kreativität pur: leise, laut, gefällig und offen - wer für diese Eröffnung einer frischen, freigefilterten Welt mehr verlangt, hat den Moment nicht erfasst und darf nach hause gehen.
Thomas Sonder
